Plenarrede · Sonstiges
Zukunftschancen eröffnen – eine MINT- Strategie für Berlin
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Rede im Wortlaut
Im Parlament.
Im Wortlaut.
Protokollseiten 9846–9847
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich rede selten über meinen beruflichen Hinerwähnen: Ich bin promovierte Biochemikerin und habe damit über zehn Jahre meines Lebens im wissenschaftlichen Betrieb verbracht und habe die Begeisterung für die MINT-Fächer in die Bildungspolitik mitgenommen und das, was auf der Senatsseite läuft.
Als ich in das Parlament eingetreten bin, habe ich aus dieser Begeisterung heraus viel Zeit damit verbracht, auch an verschiedenen Orten reinzuschauen, um zu sehen, wie die Landschaft an dieser Stelle funktioniert. Liebe Frau Jasper-Winter! Es hätte Ihrem Antrag auch gut getan, wenn Sie zuerst die Landschaft in ihrer Breite betrachtet hätten, bevor Sie einen Antrag schreiben.
So manche Idee wäre dadurch besser und würde sich nicht anfühlen, wie ein reines Aneinanderreihen - an vielen Stellen veraltet oder einfach nicht zur Logik des Berliner Systems passend. Aber einen Schritt nach dem anderen - die wichtigste Frage zuerst: Gibt es in Berlin eine Strategie im Umgang mit MINT-Fächern? - Die Antwort ist ganz eindeutig ja. Die Strategie umfasst eine Förderung und eine Sensibilisierung in der Breite sowie Stärkung der Spitzenleistung.
Beides zieht sich wie ein roter Faden durch unser System. Für eine Förderung in der Breite ist natürlich die Stärkung der Kompetenzen unserer Pädagoginnen und Pädagogen essenziell. Die sehen auch Sie in Ihrem Antrag, z.
B. bei der Steigerung der Studierenden in den MINT-Fächern. Sie unterschlagen aber, dass der Paradigmenwechsel bereits erfolgt ist. Wir haben eine Fächerbindung bei den Hochschulverträgen und viel wichtiger: Wir haben das komplette Studium im Grundschullehramt umgekrempelt, damit alle Lehrkräfte verpflichtend Mathematik studieren, bevor sie unsere Kleinsten unterrichten.
Davon steht bei Ihnen nichts, obwohl das der eigentliche Meilenstein ist, der dazu beitragen wird, dass die Mathematikdidaktik im Grundschulbereich gesteigert wird und damit zukünftig zu deutlich besseren Leistungen kommen wird. Die ersten Lehrkräfte aus diesem Studium kommen langsam an den Schulen an. Sie sprechen von der Erweiterung der Fort- und Weiterbildungsangebote.
Das Thema ist wichtig, aber Sie erdie iMINT-Akademie oder die „junior1stein“-Akademie in den Haushalt gebracht haben, um unsere Lehrkräfte systematisch zu stärken. Schauen Sie sich eines dieser Projekte an, und Sie werden staunen. Abgeordnetenhaus von Berlin Seite 9847 18.
Wahlperiode Zu unserer Strategie zählt aber auch die Förderung in der Dirk Stettner (CDU): Spitze. Unsere herausragenden Gymnasien mit MINT- Schwerpunkt wie zum Beispiel das Käthe-Kollwitz- Gymnasium haben Vorbildcharakter. Unsere Schüler und Schülerinnen nehmen Teil an Wettbewerben wie „Jugend forscht“, dem Bundeswettbewerb Mathematik - Känguru -, „Informatik-Biber“ oder wie sie alle heißen.
Wie Sie sehen, ist unsere Strategie aus einem Guss, und wir schreiten Schritt für Schritt immer weiter voran. Heute will ich auf zwei Sachen eingehen, die mich an Ihrem Antrag wirklich erstaunt haben. Erstens erwähnen Sie die außerschulischen Lernorte mit keinem Wort.
Das verstehe ich nicht. Es entspricht doch nicht unserem modernen Verständnis von Pädagogik, Schulen wie Inseln zu behandeln. Wir wollen die Öffnung in den Kiez und die Einbindung von externen Bildungsorten mit hoher Expertise.
Ich möchte nur einige Orte erwähnen, die sich da anbieten: das Helleum zum Beispiel oder das Netzwerk der Schülerlabore, über die ganze Stadtlandschaft verteilt. Das kann ich nur wärmstens empfehlen. Meine Weddinger Schüler haben das Max-Delbrück-Centrum geliebt.
Zweitens - und das erstaunt mich noch mehr - erwarten Sie die Verankerung von Wettbewerben wie „Roberta“ in jedem Schulprofil oder sprechen von flächendeckenden Makerspaces. Die Klarheit, mit der Sie hier verbindliche ich mir: Wir leben in Berlin, wir haben keine besondere Einzelinstrumente für alle Berliner Schulen vorschreiben, steht in eklatantem Widerspruch zu der Logik der eigenverantwortlichen Schule. Da frage ich mich: Was ist mit der FDP los?
Glauben Sie nicht mehr an die Eigenverantwortlichkeit? - Ich jedenfalls glaube daran und will den Schulen nicht vorschreiben, was Sie tun. Stattdessen - Sie können sich gerne melden, ich nehme Sie gerne ran. halte ich die Debatte darüber für entscheidend, was wir - Acht Gymnasien, ein OSZ, wir wollen aber doch an denn eigentlich prüfen müssen, um die Schulen zu motivieren, sich auf den Weg zu machen. Wenn wir die Schulen im MINT-Bereich stärken wollen, müssen wir die richtigen Fragen stellen.
Wir müssen nach den Ergebnis- Eliteschulen, nämlich unseren Gymnasien. Auch da ist sen fragen, die am Ende herauskommen sollen. Und welchen Weg die Schulen wählen, ob sie einen Makerspace einrichten oder sich in der bunten Landschaft Berlins bedienen oder beides, das bleibt den Schulen überlassen.
Punkte aufgezählt, vereinzelte Punkte, zum Beispiel die In dem Sinne freue ich mich auf die nächsten Schritte im wenn ich den aktuellen Stand habe, in drei Clustern in Bereich MINT, die wir zusammen in der nächsten Legislatur gehen werden, und bin mir sicher, dass auch die FDP dann mit besseren Vorschlägen kommen wird, um die Debatte zu bereichern. Heute hat es noch nicht wirk- chen Bildung MINT zu einem Kernfach unserer Berliner lich dazu gereicht. - Vielen Dank!
Quellennachweis
Stenografisches
Protokoll.
Abgeordnetenhaus von Berlin · 18. Wahlperiode · Sitzung 18/83 · 02. September 2021 · S. 9846–9847
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