Plenarrede · Bildung
Rückschlag für die schulische Inklusion durch die neue Zumessungsrichtlinie verhindern! …………………………………………… 6622 27 Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen
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Rede im Wortlaut
Im Parlament.
Im Wortlaut.
Protokollseiten 6624–6625
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Was soll ich sagen? - Heute muss ich wieder eine Rede halten, in der die Unterschiede in der aktuellen Koalition sichtbar werden.
Wir als SPD lehnen zahlreiche Aspekte der neuen VV Zumessung ab. Wir haben unsere Kritik frühzeitig dem Koalitionspartner kommuniziert. Die Kritik wurde nicht erhört.
Ich werde daher heute nicht so tun, als ob ich Gründe finden kann, den Linken-Antrag abzulehnen. Lediglich die Koalitionsräson hält mich davon ab, dem Antrag im Ausschuss zuzustimmen, folgt er doch nur der Kritik, die wir seit einem halben Jahr und länger äußern. Worum geht es? - Die VV Zumessung regelt die Verteider Chancengerechtigkeit im System.
Neue Stellen gibt es aktuell nicht, das ist klar. Da die Senatorin neue Schwerpunkte setzen will, muss sie innerhalb des Systems umverteilen. So weit, so nachvollziehbar.
Grundsätzlich haben wir als SPD auch Sympathie für - zum Beispiel - die dreiprozentige Reserve für Schulaufsichten. Wofür wir aber keinerlei Sympathie haben, sind die Quellen, aus denen die Stellen gekommen sind, um sie zum Beispiel den Schulaufsichten zu geben. Da die tafel anfassen will, bleiben ihr nur die Stunden für Inklusion und für Sprachförderung, die man nehmen kann, um das geht nicht.
Abgeordnetenhaus von Berlin Seite 6625 19. Wahlperiode In welcher Welt ist es gerecht, dass alle Schulen die glei- weiter auszubauen, lehnen wir ab. Denn nicht die Zumeschen Stunden für Inklusion bekommen, obwohl die Last völlig ungleich verteilt ist?
Was soll eine Weddinger Schule mit 15 oder 20 Prozent Förderbedarf sagen, wenn ihr die Hälfte der Stunden genommen wird? - Unsere Brennpunktschulen sind kein Sparschwein, mit dem die Verbesserung für die anderen Standorte finanziert werden soll. Sie brauchen ihre Stellen weiterhin selbst. Genauso kritisch sehen wir die verpflichtende Umwandlung von 3 Prozent der Lehrkräftestellen.
Pädagogisch kann man diese Änderung mit nichts begründen, denn temporär kann man die Stellen jetzt schon umwandeln. Für die Schulen wird damit nichts besser. Das Einzige, das sich ändert, ist, dass die 13er-Stellen dauerhaft aus bedarf der Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf zu dem Stellenplan verschwinden.
Stellen, die Zöllner im Konflikt mit Wowereit damals in den Haushalt reingedrückt hat und die Generationen von Bildungspolitikern immer wieder gegenüber den Haushältern verteidigt haben, werden jetzt einfach stillschwei- Regelung und noch mehr Kontrolle. gend verscherbelt. Welcher Bildungspolitiker macht so was freiwillig? Ich verstehe es nicht.
Egal ob VOB, BISSS oder der Verband Berliner Grundschulleitungen, alle sehen die Reform kritisch. Der einzi- persönlich in dem Fall gar nicht so schlecht finde, aber ge Grund, warum diese weitreichenden Änderungen gemacht werden können, ist, dass die Änderungen zu komplex sind, um sie der breiten Öffentlichkeit nahezubringen, und unsere Schulen zu müde sind, um Widerstand zu leisten. Diese ganze Reform wird unseren Schulen nicht gerecht.
Es wäre viel besser gewesen, Sie hätten einen gemeinsamen Weg mit uns und den Schulen in Berlin gewählt. So bleibt uns als Ihrem Koalitionspartner nur die öffentlich Personal unter angemessenen Bedingungen individuelle vorgetragene Kritik. Und: Gutes Regieren, das geht anders. - Vielen Dank!
Quellennachweis
Stenografisches
Protokoll.
Abgeordnetenhaus von Berlin · 19. Wahlperiode · Sitzung 19/66 · 22. Mai 2025 · S. 6624–6625
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