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Plenarrede · Sonstiges

Quereinsteiger*innen besser unterstützen und integrieren

Zur Rede
Maja Lasić im Abgeordnetenhaus von Berlin

Rede im Wortlaut

Im Parlament.
Im Wortlaut.

Protokollseiten 3387–3388

3 Min. Lesezeit

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Unsere Aufgabe ist es, das Wachstum so zu gestalten, dass unsere Stadt auch in Zukunft weiterhin so wunderbar bleibt, wie wir sie kennen und lieben. Für den Schulbereich bringt dies besondere Herausforderungen.

Wir brauchen Schulplätze für alle Kinder, wir brauchen aber auch Personal, das unsere Kinder auf dem Weg zum mutaufgabe. Wir schauen stolz auf die Bilanz der letzten Jahren sind über 40 000 Kitaplätze und 23 000 Schulplätze neu entstanden. Wir stellen auch von Haushalt zu Haushalt mehr pädagozusätzliche Erzieher und Erzieherinnen und ca. 4 000 Abgeordnetenhaus von Berlin Seite 3388 18.

Wahlperiode zusätzliche Lehrkräfte eingestellt worden. Dieser Erfolg ist beeindruckend, und dabei fangen wir erst an. Die Schulbauoffensive wird Plätze für weitere 75 000 Schülerinnen und Schüler schaffen, und wir stellen auch in diesem Haushalt 2 000 zusätzliche Lehrkräfte ein - im Vergleich zum letzten - und werden auch in Zukunft immer mehr Personal einstellen, um die Qualität an unseren Schulen zu sichern.

Die enormen Bedarfe an zusätzlichem Personal sind aber auch eine massive Herausforderung, und - ja - sie bringen uns auch an unsere Grenzen. Wir werden daher in diesem und auch in den kommenden Jahren auf Quereinsteiger zurückgreifen, um die Bedarfe zu decken. Aus dem Grund haben wir im letzten Haushalt 60 Millionen Euro für das sogenannte Quereinsteigerpaket bereitgestellt - angefangen vom Vorbereitungskurs über die Begleitung der Quereinsteiger während der Ausbildung bis zu der Stundenabsenkung.

All diese Bausteine sorgen für eine qualitativ hochwertige Ausbildung der Quereinsteigenden, die nach dieser Ausbildung auch vollwertige Lehrkräfte sein werden. Wir werden aber in diesem Jahr auch Stellen haben, die wir womöglich nicht besetzen können. Daher müssen wir auch weiterhin darüber sprechen, wie wir mehr Lehrkräfte bekommen.

Die Senatorin hat vielfältige Maßnahmen vorgestellt, wie mehr Personal in die Schulen gebracht werden kann. Egal ob „Unterrichten statt Kellnern“ oder die Sprachassistenten, all diese Maßnahmen sind gute Bestandteile des Übergangssystems, in dem wir uns befinden. Wir sind aber auch noch nicht fertig.

Wir brauchen auch die Debatte um die Lehrkräfte, die nur ein Fach mitbringen, weil sie z. B. in einem anderen Land studiert haben, wo man gar nicht auf das Zwei-Fächer- System ausgerichtet ist. Und auch das wird nicht reichen.

In Zeiten, in denen wir die Hälfte unseres Bedarfs über Quereinsteiger decken, müssen wir auch darüber sprechen, wie sich das neue Personal in der Stadt verteilt. Was für uns nicht geht, ist, was wir vorgeschlagen und was Sie - das ist protokolliert dass unsere Brennpunkte mehr oder weniger allein die Ausbildung der Quereinsteiger stemmen müssen. Was auch nicht geht, ist, dass sich die unbesetzten Stellen in diesem Jahr allein auf die Förderschulen unserer Brennpunkte verteilen sollen.

Damit würde die gesamte Last des Fachkräftemangels unseren Brennpunktschulen übertragen werden, und das geht nicht, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wir brauchen eine faire Verteilung der Quereinsteigenden in der Stadt, und wir brauchen eine faire Verteilung der unbesetzten Stellen in der Stadt. R2G muss und wird eine Antwort darauf finden, wie wir das Versprechen einer gerechten Verteilung der Fachkräfte und damit von Bildungschancen auch in Zukunft gewähren können.

Es bleibt viel zu tun, wir packen es an. - Vielen Dank! Plenarprotokoll 18/29 28. Juni 2018

Quellennachweis

Stenografisches
Protokoll.

Abgeordnetenhaus von Berlin · 18. Wahlperiode · Sitzung 18/29 · 28. Juni 2018 · S. 3387–3388

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18/1143 Antrag · 14.06.2018