Plenarrede · Bildung
Gesetz über die Stiftung Grundbildung Berlin
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Rede im Wortlaut
Im Parlament.
Im Wortlaut.
Protokollseiten 5037–5038
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das Thema Grundbildung und Alphabetisierung kommt eher selten im Plenum auf die Tagesordnung.
Daher lohnt sich ein Blick zurück auf die Entwick- Bedeutung des heutigen Tages für das Themenfeld. Berlin hat in den letzten zehn Jahren das Thema Alphabeersten Strategiekonzepte aus der gemeinsamen Feder des ma bis heute federführend und höchst kompetent bearbeitet. Aus einem Acht-Punkte-Plan ist eine eigene Bildungslandschaft geworden.
Alpha-Siegel, Alpha-Kurse Zentrum sind nicht aus der Stadt zu denken. Wir wissen mittlerweile um die Bedeutung der Alphabetisierung für unsere Stadt, und das ist der Arbeit der Bildungsverwaltung der letzten zehn Jahre zu verdanken. Die im Juni im Senat beschlossene Landeskonzeption Alphabetisierung und Grundbildung beschreibt, wie die zweite Dekade der Alphabetisierung weitergehen soll.
Nachdem die ersten zehn Jahre dazu gedient haben, die notwendigen Strukturen aufzubauen, damit die Qualifizierung der Akteure im Bereich der Grundbildung überhaupt möglich ist, dreht sich in der zweiten Dekade alles rund um eine nachhaltige Verankerung in Grundbildungsthemen in den Bezirken und stärkere Verzahnung von Arbeitsmarkt, Förderung und Grundbildung. Im Mittelpunkt des Ausbaus der Strukturen steht das Grund- Bildungs-Zentrum, das sich als zentraler Berliner Anker für Sensibilisierung und Professionalisierung, Information, Beratung und Vernetzung erwiesen hat.
Daher ist es auch nur folgerichtig, diesen Anker in eine Stiftung zu überführen und damit zu stabilisieren und zu schützen, auch in Zeiten knapper Kassen. Ich freue mich, dass dieser Schwerpunkt der SPD in den Koalitionsverhandlungen heute gemeinsam ins Parlament kommt. Abschließen möchte ich mit einer Erinnerung daran, für wen wir dies alles tun.
Unsere Gesellschaft wird immer technischer, ein Zurechtfinden in unserer Gesellschaft ohne hohe Literarität immer unmöglicher. Dabei sind über 12 Prozent unserer Bevölkerung, das sind 300 000 Menschen - Kollege Bocian hat das auf unser Haus heruntergebrochen -, durch die hohen Hürden, die die Schriftsprache an sie stellt, fast von der Teilhabe ausge- und Vernetzung mit der Wissenschaft und der Praxis, schlossen. Wir sprechen hier nicht über Menschen, die erst vor Kurzem ins Land gekommen sind, oder ältere Menschen, die keine Möglichkeit der Schulbildung genossen haben.
Ein relevanter Teil der Berliner Bevölkerung wächst jährlich nach, ohne die Mindestvoraussetzung für die Teilhabe in unserem Land erreicht zu haben. Armut, Ausgrenzung und Klassismus, die sich oft wech- Unsere Einrichtungen müssen dafür sensibilisierter werden und helfen, dass weder der Gang ins Amt noch die berufliche Qualifikation schon an den hohen Hürden der Sprache scheitern. Ein gestärktes Grund-Bildungs- Zentrum wird seinen Beitrag leisten, damit das Thema Alphabetisierung noch mehr an Bedeutung gewinnt und nie wieder in den Schlummerschlaf zurückkehrt, aus dem wir es vor zehn Jahren herausgeholt haben. - Vielen Dank!
Quellennachweis
Stenografisches
Protokoll.
Abgeordnetenhaus von Berlin · 19. Wahlperiode · Sitzung 19/52 · 12. September 2024 · S. 5037–5038
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