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Plenarrede · Bildung

Eine Schule für alle: Mehr Gemeinschaftsschulen für Berlin!

Zur Rede
Maja Lasić im Abgeordnetenhaus von Berlin

Rede im Wortlaut

Im Parlament.
Im Wortlaut.

Protokollseiten 7184–7185

3 Min. Lesezeit

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! - Liebe Franziska Brychcy! Danke, dass Sie das Thema der Berliner Schulstruktur in die Debatte in unserem Hohen Haus hineintragen!

Mein Empfinden ist, dass wir vergessen haben, uns über die Schulstruktur zu streiten. Die großen Debatten zu Zeiten der Abschaffung Abgeordnetenhaus von Berlin Seite 7185 19. Wahlperiode der Haupt- und Realschule liegen fast 20 Jahre zurück.

Damals ging es in diesem Haus ganz hoch her. Aber auch die kleineren Debatten zu Zeiten, als wir dann gemeinsam die gesetzliche Verankerung der Gemeinschaftsschulen erreicht haben, sind schon acht Jahre alt. Es ist an der Zeit, dass wir uns mit dem Status quo der Struktur unserer Landschaft auseinandersetzen und uns fragen, ob es weiterer Reformen bedarf.

Beim Status quo sieht man ungefähr eine Gleichverteilung zwischen den beiden Säulen Gymnasien versus ISS plus Gemeinschaftsschulen. Wer keine Leidenschaft für Bildung hat, könnte sagen: Ist doch alles gut gerade! - Wenn das Herz aber für Bildungsgerechtigkeit brennt, muss man an verschiedenen Stellen feststellen, dass es noch sehr viel weiterzuentwickeln gibt. Beispiel eins, Neubau von Schulen: Berlin muss davon wegkommen, den Bedarf an Oberstufenplätzen gleichzusetzen mit Gymnasialplätzen.

Das aktuelle Monitoring setzt diese beiden Zahlen mehr oder weniger gleich, was zur Folge hat, dass, um Oberstufenplätze zu generieren, aktuell viel mehr Plätze an Gymnasien geplant werden und damit das Gymnasium in der Priorisierung weit nach oben gerutscht ist. Das ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Berlin Tommy Tabor (AfD): braucht ein neues Instrument, das hilft, besser zu monito- Sehr geehrte Frau Präsidentin!

Liebe Kollegen! Linke ren, wie viele Schüler ihr Abitur in zwölf und wie viele Schüler ihr Abitur in 13 Jahren schaffen wollen. Das prüfen wir aktuell gar nicht.

Nein, danke! - Alle Erfahrungswerte von uns Praktikern würden belegen, dass ein sehr hoher Anteil der Berliner Familien gerne ein Jahr länger in der Schule bleiben würde, und für diese Familien sind die Gymnasialplätze, so wie wir sie aktuell planen, nicht zielführend. Das Ergebnis sehen wir aktuell: extrem hoher Druck an übernachgefragten ISS. So kommen wir zu Beispiel zwei, Ausbau von Verbundoberstufen im Bestand.

Hier muss man sagen, dass die Bildungsverwaltung aktuell schläft. Wir haben reihenweise Schulen ohne eigene Oberstufen. Diese Schulen ohne eigene Oberstufen sind damit für Familien unattraktiv.

Damit erhöht sich der Druck auf die Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen, und damit erzeugen wir nach wie vor das Chaos im Übergang in die 7. Klasse. Die Antworten liegen dabei auf der Hand: Es bedarf einer landesweiten Strategie, wie wir in Zusammenarbeit mit den Bezirken eine nach der anderen alle Schulen mit einer eigenen beziehungsweise Verbundoberstufe versehen, und gleichermaßen muss überall dort, wo die ISS und Grundschulen es sich wünschen, personelle Unterstützung gewährleistet sein, damit Plenarprotokoll 19/71 25.

September 2025 die Umwandlung hin zur Gemeinschaftsschule möglich ist. Und dass das geht, zeigt Andy Hehmke in Friedrichshain- Kreuzberg. Andy hat in seiner Zeit als Stadtrat - das macht er jetzt auch schon eine Weile - Stück für Stück jede weiterführende Schule im Bezirk mit einer eigenen Oberstufe versehen und hin zu einer Gemeinschaftsschule entwickelt.

Was er hat, ist eine klare Vision von gerechter Bildung, und davon brauchen wir auf der Landesebene definitiv mehr. - Vielen Dank!

Quellennachweis

Stenografisches
Protokoll.

Abgeordnetenhaus von Berlin · 19. Wahlperiode · Sitzung 19/71 · 25. September 2025 · S. 7184–7185

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Drucksachen

19/2661 Antrag · 16.09.2025