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Plenarrede · Bildung

Drittes Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes und weiterer Rechtsvorschriften

Zur Rede
Maja Lasić im Abgeordnetenhaus von Berlin

Rede im Wortlaut

Im Parlament.
Im Wortlaut.

Protokollseiten 8532–8533

2 Min. Lesezeit

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben in Berlin eine zentrale Schlüsselfrage im Bildungsbereich: Wie schaffen wir es, dass mehr Schülerinnen und Schüler erfolgreich durch die Schule würde den Rahmen der heutigen Aussprache sprengen.

Abgeordnetenhaus von Berlin Seite 8533 19. Wahlperiode Aber eines ist klar: Ohne qualitativ hochwertigen Unterricht geht es nicht. Gleichzeitig stehen wir vor einer besonderen Herausforderung.

Wir glauben an die eigenständige Schule und eigenverantwortliche Lehrkräfte. Das heißt, vor Ort wird entschieden, wie unterrichtet wird. Aber was ist dann unsere Aufgabe als Politik?

Wie steuert man Qualität in einem System, das bewusst auf Eigenständigkeit setzt? - Unsere Antwort darauf ist: Schritt für Schritt eine verlässliche Systematik aufbauen. Vor fast zehn Jahren haben wir die Schulverträge eingeführt, und darin verpflichten sich Schulleitungen auf konkrete Qualitätsziele. Anschließend kam das Indikatorenmodell.

Es ermöglicht Schulen, sich anhand zentraler Daten mit anderen Schulen in ähnlicher Lage zu vergleichen. Wir schauen auf Abschlüsse, auf Vergleichsarbeiten, auf Fehlzeiten und vieles mehr. In dieser Legislatur haben wir zusätzlich die schulaufsichtliche Reserve geschaffen.

Damit können Schulaufsichten gezielt Ressourcen einsetzen. Wenn sich eine Schule im Schulvertrag zu einem Ziel verpflichtet, bekommt sie künftig auch die Unterstützung, um diese Ziele zu erreichen. Heute gehen wir den nächsten Schritt: Wir schaffen die Möglichkeit, Daten systematisch über alle Jahrgangsstufen hinweg zu erfassen.

Das bedeutet: VE- RA 3 und VERA 8 sind künftig nicht mehr nur Momentaufnahmen. Wir können Entwicklungen über mehrere Jahre hinweg verfolgen, und Lehrkräfte sehen besser, wie erfolgreich ihre Arbeit tatsächlich ist. Keines dieser Instrumente allein wird den Durchbruch bringen, aber im Zusammenspiel werden sie dafür sorgen, dass sich der Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt verbessert.

Für uns als SPD ist chen - damit wir bloß nicht zu viele Lehrkräfte ausbilden, dabei klar: Wir müssen im nächsten Schritt auch darüber sprechen, ob das, was wir messen, wirklich ausreicht. Ja, es ist essenziell, Kompetenzen in Deutsch, Mathematik und Englisch zu erfassen. Aber Bildung ist mehr als das.

Unser Bildungsverständnis ist breiter. Demokratiebildung, gesundes Leben, ein diskriminierungskritischer Umgang miteinander: All das gehört zum Auftrag der Schule, und bisher wissen wir zu wenig darüber, ob und wie gut das gelingt. Deshalb darf die Frage in Zukunft nicht lauten, ob wir messen - natürlich messen wir -, die entscheidende Frage ist: Was messen wir, damit wir unsere Kinder wirklich auf das Leben vorbereiten?

Mit dem heutigen Gesetzentwurf gehen wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. - Vielen Dank!

Quellennachweis

Stenografisches
Protokoll.

Abgeordnetenhaus von Berlin · 19. Wahlperiode · Sitzung 19/84 · 23. April 2026 · S. 8532–8533

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Drucksachen

19/3105 Vorlage · 01.04.2026