Rede im Wortlaut
Im Parlament.
Im Wortlaut.
Protokollseiten 2759–2760
Liebe Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die CDU fordert in ihrem Antrag, dass alle Gymnasien ab der 5.
Klasse beginnen und dass die Deckelung der Züge abgeschafft wird. Frau Bentele argumentiert mit der Benachteiligung allgemein gymnasial begabter Schüler, die ansonsten nicht die angemessene Förderung bekommen würden. Ihr Problem, Frau Bentele, ist, dass die Fakten hier nicht auf Ihrer Seite sind.
Sagt Ihnen „Element-Studie“ was? - Die Studie belegt klar, dass die sechsjährige Grundschule in Schülerleistungen dem Gymnasium nicht unterlegen ist. Der Lernzuwachs in Mathematik und Lesen in den Klassen 5 und 6 ist an Gymnasien und Grundschulen nahezu identisch. Mit anderen Worten: Es ist egal, ob mein Kind auf einem Gymnasium oder auf einer regulären Grundschule die Zeit verbringt, der Lernzuwachs ist derselbe.
Die einzige 6. Klasse auch richtig ist. Ich bin ebenfalls überzeugt, Ausnahme von diesen Ergebnissen sind sehr begabte Kinder, die sehr früh spezifische Interessen entwickeln. sen.
Was Inklusion anbetrifft, können z. B. unsere Plenarprotokoll 18/24 22. März 2018 Genau für diese Gruppe gibt es spezifische Profile an grundständigen Gymnasien, damit man ihrer besonderen Begabung gerecht wird.
Für alle anderen Kinder ist die sechsjährige Grundschule gut und richtig. Sie fördert die starken Schüler genauso gut wie das Gymnasium in der entsprechenden Phase, und die leistungsschwächeren Schüler profitieren auch. Ihnen kann es also nicht um Leistungssteigerung der zukünftigen Gymnasialschülerinnen und -schüler gehen, worum geht es Ihnen dann?
Trauern Sie immer noch der Dreigliedrigkeit hinterher? Sehnen Sie sich nach dem segregierenden System zurück, das schon durch seine Struktur die Kinder nach sozialer Herkunft teilt? Auf die Sehnsucht nach Segregation hat R2G eine klare Antwort: Nicht mit uns!
Berlin hat mit der Schulstrukturreform ein kleines Meisterwerk vollbracht. Wir haben aus einem dreigliedrigen segregierenden System ein Zwei-Säulen-System geschafdarschulen und Gemeinschaftsschulen haben wir noch einen langen Weg vor uns, bis sie als Säule so stark sind, wie wir es uns wünschen. Wir müssen die gymnasialen Oberstufen ausbauen, wir müssen den Ganztag stärken, wir müssen die Inklusion voranbringen.
Hier stecken die wichtigsten Baustellen für diese und auch die nächste Legislatur. Erst dann ist die Schulstrukturreform vollbracht. Und Gymnasien? - Den Gymnasien in Berlin geht es gut.
Das sage ich als SPD-lerin, die in R2G auch für den Schutz der Gymnasien zuständig ist. Durch Gymnasien wird die bunte Landschaft Berlins vollständig. Wir brauchen und wir wollen sie, auch politisch.
Sie ergänzen das bunte Spektrum an Möglichkeiten, erfolgreich die Schule zu beenden. Es ist doch wunderbar, dass in Berlin sowohl die Möglichkeit besteht, nach 12 als auch nach 13 Jahren Abitur zu machen. Und genauso wollen wir es behalten.
Aber an die Gleichwertigkeit der Säulen lassen wir nichts heran. Genau deshalb halten wir am MSA nach der 10. Klasse fest, auch an Gymnasien.
Genau deshalb glauben wir, dass gemeinsames Lernen bis zum Ende der dass es an Gymnasien Bereiche gibt, die wir stärken müs- Abgeordnetenhaus von Berlin Seite 2760 18. Wahlperiode Gymnasien eine Menge lernen von unseren integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen. Das wäre mal eine Debatte, die sich hier im Plenum wirklich lohnen würde. - Ich freue mich auf Ihren Vorstoß dazu.
Ja, ich bin mir sicher, dass die Klassen 5 und 6, dass das gleichwertig ist, ob man an einer Grundschule oder einem Gymnasium die Zeit verbringt. Und ja, ich bin überzeugt davon, dass es egal ist für das jeweilige, so wie Sie es nennen, gymnasial begabte Kind. Für wen es nicht egal ist, sind die restlichen Schüler, die sehr stark davon profi- Lehrern an der Grundschule, sprich Quereinsteiger, das tieren, wenn sie die 5. und 6.
Klasse gemeinsam mit den - in Anführungsstrichen - gymnasial begabten Schülern verbringen. Und deshalb glaube ich, dass längeres ge- Plenarprotokoll 18/24 22. März 2018 meinsames Lernen richtig ist für Berlin in seiner Gesamtheit.
Quellennachweis
Stenografisches
Protokoll.
Abgeordnetenhaus von Berlin · 18. Wahlperiode · Sitzung 18/24 · 22. März 2018 · S. 2759–2760
Protokoll öffnen ↗Drucksachen
