
Lange herrschte Stillstand auf dem Gelände des Ex-Diesterweg-Gymnasiums. Sehr zum Ärger der Anwohnerinnen und Anwohner, die erleben müssen, wie das Gelände immer weiter verkommt. Ein Stillstand, der für mich als Wahlkreisabgeordneten untragbar ist. Bauliche Veränderungen waren aber kaum möglich, so lange die nahegelegene Vineta-Grundschule auf die Turnhalle des Ex-Diesterweg-Gymnasiums angewiesen ist (auch wenn diese aufgrund eines wiederkehrenden Wasserschadens auch nicht nutzbar ist). Mir war daher klar, dass wir in einem ersten Schritt, den Bau einer neueren größeren Turnhalle für die Vineta-Grundschule und den Vereinssport im Brunnenviertel vorantreiben müssen. Mit Erfolg: Die Turnhalle wurde in das Senatsprogramm „Beschleunigung des Neubaus von Schulsporthallen“ aufgenommen, sodass dort bis 2020 eine Drei-Felder-Halle entstehen wird.
Anschließend wollen wir einen Teil des Geländes des Ex-Diesterweg-Gymnasiums für den Bau von dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum nutzen. Mit dem Wohnraum muss aber auch die Infrastruktur wachsen. So brauchen wir mit Grünflächen und Sportplätzen attraktive Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung – und mehr Schulplätze. Allein im Sekundarbereich fehlen uns in Mitte trotz geplanter Neubauten über Tausend Schulplätze. Nur: Wo sollen wir in dichtbebauten Innenstadtbezirken wie Mitte neue Schulen bauen? Wir werden daher bestehende Pläne für die wenigen ungenutzten Flächen hinterfragen müssen, so schmerzhaft dies ist für die Beteiligten auch ist. Dies gilt leider auch für das Ex-Diesterweg-Gymnasium, für das PS Wedding bereits vor einigen Jahren ein tolles Konzept mit einer Umwandlung in ein sozio-kulturelles Zentrum mit bezahlbarem Wohnraum vorgelegt hat. Heute müssen wir aber ehrlicherweise feststellen, dass wir dieses Gelände für den Bau einer Schule brauchen. Natürlich ist dies für PS Wedding und seine Unterstützerinnen und Unterstützer bitter. Allerdings muss jeder, der eine Reaktivierung des Schulstandorts ablehnt, auch alternative Standorte für die fehlenden Schulen nennen. Denn eines geht nicht: dass unsere Schülerinnen und Schüler ohne Plätze bleiben oder dass sie dicht gedrängt in den bestehenden Schulen unterrichtet werden müssen.
Schriftliche Anfragen
Schul- und Vereinssport im Brunnenviertel gefährdet? (vom 11.01.2019)
Drogenverkauf am ehemaligen Diesterweg-Gymnasium? (vom 07.09.2017)
Aktueller Stand · August 2026
Wie es weiterging
Der Standort hat heute eine neue Schlüsselrolle für die Schulentwicklung im Brunnenviertel. Auf dem Gelände entsteht der Ausweichstandort für die Ernst-Reuter-Schule während deren Sanierung. Zugleich soll das denkmalgeschützte ehemalige Schulgebäude umfassend saniert werden; der Bezirk bezifferte die Kostenschätzung 2025 auf rund 85 Millionen Euro.
